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Tuesday, January 06, 2009


Boden unter den Füßen gewinnen

Leitartikel:


Kooperationspartner
Bedingungen, Hintergründe und Ziele
Schülerprojekte (Übersicht)
Präsentation

Schülerprojekte:


Landnutzungsänderung
Bodenversiegelung
Biotop oder Brache ? Die ?Noller Alm?
Erkundungsweg Boden
Renaturierung ?Noller Bachtal?

Download der Unterrichtsmaterialien [pdf, 2,2 MB]



Schülerprojekt: Bodenversiegelung

Schülerpräsentation in der Projektwoche als Download (ppt)
 
Kapitel dieses Dokumentes
Fragestellung
Begriffsklärung
Ergebnisse
Zusammenfassung
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Fragestellung

Bereits im Schülerprojekt "Landnutzungsänderung" wurde der Bodenverlust der Stadt Dissen an besonders fruchtbaren Standorten im lössbedeckten unteren Hangfußbereich des Südkamms des Teutoburger Waldes angesprochen. In diesem Projekt sollen speziell die Lage, Art, Umfang, Ursache und Folgen des auch unter dem Begriff Bodenversiegelung bekannten Prozesses untersucht werden. Zur Analyse sollen neben Kartierungen vor Ort mit GPS - Unterstützung eine Ausarbeitung und Darstellung mit den im GIS vorgelegten digitalen Luftbildern erfolgen.

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Begriffsklärung

"Bodenversiegelung ist die Verdichtung oder Abdichtung des Bodens im Bereich der Siedlungen, industriell und landwirtschaftlicher genutzter Flächen sowie Verkehrsflächen." (Aus: Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG, 2001)

Prinzipiell hat die Bodenversiegelung charakteristische Vor- und Nachteile:

VorteileNachteile
  • Aufbau von Infrastruktur (verkehrswege guter Qualität)
  • Schaffung von Wohnraum
  • Schaffung von Industrie- und Gewerbeflächen, d.h. Arbeitsplätze
  • Schutz des Grundwassers vor Schadstoffeinträgen
  • Zerstörung und Zerschneidung von Ökosystemen und Biotopen
  • Meist irreversibler Verlust von wertvoller (Nutz-) Fläche
  • Verlust der nat¨rlichen Filterfunktion des Boden
  • Flächenhafte Versickerung ist behindert, dafür muss Niederschlagswasser kanalisiert werden, was zu einer erhöhten Zuführung zu den Vorflutern führt (Hochwassergefahr, Erosionsneigung)
  • Verschlechterung des Mikroklimas durch erh&oum;hte Temperaturschwankungen und verringerter Verdunstung
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Ergebnisse

Die Luftbildanalyse des nördlichen Stadtausschnitts von Dissen zeigt im Jahre 1938 noch eine relativ lichte bzw. lückenhafte Bebauung mit entlang der Wege. Die meisten Gebäude grenzen an Kleinstparzellen, was auf ländliche Strukturen mit Gartennutzung zur Selbstversorgung mit Obst und Gemüse, ggf. auch auf Viehhaltung hindeutet. Einige Bauern siedeln bereits in der Flur. Zusammenhängende Industrie- und Gewerbeflächen sind nicht auszumachen.

im Luftbild des Jahres 2002 sind Siedlungs- und Gewerbeflächen eindeutig auszumachen, da ihre größ erheblich zugenommen hat und zusammenhängende Strukturen geschaffen worden sind. Die Grenze zwischen bebauter Fläche und Waldrand hat sich innerhalb dieser Zeit etwa halbiert und und die bebaute Fläche hat sich - bezogen auf den zur Verfügung stehenden Kartenausschnitt - schätzungsweise verzehnfacht.


Veränderung der Bebauung im Luftbildvergleich: 2002 - 1938
 

Bei genauerer Betrachtung stellt sich das genannte Gebiet allerdings heterogen hinsichtlich der Nutzungsstruktur dar. Auffallend ist der dominiernde Anteil an Ein- und Zweifamilienhaussiedlungen mit nahezu geschlossener straßenseitger Bebauung und wahrscheinlich Ziergärten dahinter.
Des Weiteren sind mit dem Schulgelände, dem Einkaufszentrum sowie dem innerstädtischen Industriebetrieb geschlossene Versiegelungsflächen erheblichen Umfangs entstanden.


Nutzungstypen nördliches Dissen 2002
 

Aufrund der beschriebenen unterschiedlichen Versiegelungsintensitäten wurde eine klassifizierende Kartierung nach folgenden Typen durchgeführt:


Versiegelungstypen
 

Als Ergebnis konnten Gebiete nach Versiegelungsgrad zugewiesen werden, die von sehr hoch (>90%) im Industriegebiet bis gering (etwa 20 - 30%) im Wohngebiet einschliesslich Strassen) reichen


Versiegelungsgrade im nördlichen Dissen 2002
 
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Zusammenfassung

Die Bodenversiegelung spieglt einen typischen Fall von Interessenskonflikten zwischen den ökonomischen Zwängen bzw. Verwirklichungen unterliegenden Entscheidungsprozessen einerseits und ökologischem Wunschdenken andererseits wider. Erstere Interessen finden i.d.R. massive Unterstützung, da von den lokalen Unternehmerqualitäten meist direkt der Wohlstand und Lebensstandard der Bevölkerung abhängt. Das Gut Umwelt wird im ländlichen Raum eher als ubiquitär, also im Überfluss vorhanden, wenn nicht gar als der Entwicklung hinderlich wahrgenommen.


DR. GISBERT DÖPKE (GIDW)

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