Boden unter den Füßen gewinnenDownload der Unterrichtsmaterialien [pdf, 2,2 MB]
Schülerprojekt: Die ?Noller Alm? - Biotop oder Brache?Kapitel dieses Dokumentes Hintergründe zur "Noller Alm" und Ziele der Untersuchung Heutiger Zustand der "Noller Alm" Gully-Erosion am neuen Reitplatz Ergebnisse Hintergründe zur "Noller Alm" und Ziele der UntersuchungBei der ?Noller Alm? handelt es sich um eine Fläche, die in etwa 250 m östlich des Lernstandortes "Noller Schlucht" liegt, und auf der seit Mitte der 90er Jahre bereits verschiedene Renaturierungsmaßnahmen begonnen worden sind. Die Fläche schliesst östlich an einen ehemaligen Kalksteinbruch (Kreidekalk des südlichen Teutoburger Waldes). Vermutlich war ursprünglich eine Ausweitung des Steinbruchs in diese Richtung vorgesehen, später aber nicht mehr wirtschaftlich. Nach dem Ende aller Steinbrucharbeiten wurden mehrere Wohngebäude und Stallungen für Reitpferde im ehemaligen Steinbruch errichtet, während die Noller Alm als Brachland zurückblieb. Der genaue Zustand vor Beginn der Projektarbeiten lät sich nicht mehr rekonstruieren.
Umgebung der "Noller Alm". Das Biotopprojekt bezieht sich auf die weiße Fläche im rechten mittleren Bilddrittel. Die Brachfläche Noller Alm sollte unter der Leitung des Lernstandortes "Noller Schlucht" in eine Biotopanlage überführt werden. Hierzu sollten z.B. folgende Elemente angelegt werden: Wallhecken, Streuobstwiese, Trockenrasen.
Bestandteile der Boitopanlage Die geplante Umsetzung kam jedoch nicht zum Abschluss, so dass die Flächen stattdessen teilweise anderweitiger Nutzung überlassen worden sind. Die Schüler/-innen hatten sich die Aufgabe gestellt, den derzeitigen Zustand und Entwicklungsprozesse der Teilflächen zu dokumentieren und den bisherigen Erfolg aller Maßnahmen zu beurteilen. topHeutiger Zustand der "Noller Alm"Im Luftbild der Biotopanlage von 2002 fällt eine weiße Fläche auf. Nach der Abräumung der Lössdecke sollte sich hier der Trockenrasen auf dem freigelegten Kalkgestein bilden. Die an die Seiten der Fläche geschobene Lössauflage wurde durch Pflanzung von Wallhecken stabilisiert. Die begrenzende Heckenbepflanzung ist im Luftbild sichtbar. Gleiches gilt für die nördlich davon gelegenen Terassen mit Obstbaumpflanzungen.
Die Biotopanlage im Luftbild 2002 mit Beprobungspunkten Heute, d.h. im November 2005 (Zeitpunkt der Untersuchung), stellen sich die meisten Elemente der Biotopanlage dem Luftbild entsprechend dar. Eine Ausnahme bildet allerdings die sog. "Trockenrasenfläche", die deshalb einer genauer untersucht werden soll.
Kartiert wurde der Gesamteindruck der Oberflächenbeschaffenheit hinsichtlich Substrat und Bewuchs. Entgegen aller Erwartungen ist heute von der lössbefreiten Kalksteinoberfläche nichts mehr zu erkennen. Die Fläche wird dominiert von vielen Erdhaufen, die offensichtlich mit LKWs aufgefahren und abgekippt worden sind. Das Alter der Hügel lässt sich anhand deren Bewuchsintensität abschätzen. Die meisten Hügel zeigen eine deckende Krautschicht und wenige kleine Sträucher. Diese Hügel werden auf ein Schüttungsalter von etwa 2 bis 3 Jahren geschätzt. Andere Hügel sind nur lückenhaft bewachsen bei einer geringen Artenvielfalt, was auf ein geringeres Schüttungsalter von weniger als einem Jahr hindeutet. Der Untergrund wurde mit der bereit stehenden Planierraupe eingeebnet. Dieser Prozess hat wahrscheinlich die älteren Schüttungen, d.h. älter als etwa 3 Jahre, erfasst. Zur Abschätzung des Aufschüttungsumfangs wurden mit dem Bohrstock Bodenprofile entnommen und untersucht. Mit dem 1m langen Bohrstock konnte in keinem Fall der kalkige Gesteinsuntergrund erreicht werden. Die Schüttung ist also flächendeckend mächtiger als 1 m. Die Profile zeigen eine sehr inhomogene und punktvariable Schichtung mit einem Spektrum der Bodenarten von Sand bis Lehm bei teilweiser humoser Durchsetzung. Immer wieder tauchen Hinweise auf Bodenaushub aus Baustellen auf: Baumaterialien wie Betonreste, Bruchstücke von Ziegeln, Klinker, Steinplatten, Rohrstücke aus Ton oder Plastik, Kunststoffe, Glasscherben und Flaschen usw. topGully-Erosion am neuen ReitplatzWährend der Arbeiten ist eine als Reitplatz dienende junge Aufschüttung südlich des Steinbruchs aufgefallen, die auf dem Luftbild noch nicht zu erkennen ist. Diese Wurde spontan in die Untersuchungen mit einbezogen. Der Reitplatz stellt eine Umlagerung und Planierung von natürlich aufliegendem Hanglöss in Terrassenform dar.
Lage des neuen Reitplatzes: Im Jahr 2002 noch Hangweide / Wald An den unbefestigten Terrassenrändern sind deutliche Abspülungsrinnen und am Terrassenfuß zugehörige kleine Schwemmfächer zu erkennen. Insbesondere bei einem rampenartig ansteigenden Zuweg zum Reitplatz haben sich bereits sehr tiefe Aussspülungen von bis zu 2 m Tiefe, sogenannte Gullys gebildet (sog. "Gullyerosion").
Gullyerosion am Zuweg aus der Distanz (Rinne rechts vom Weg)
Gullyerosion am neuen Reitplatz im Detail: Bis zu 2 m tief ausgespülte Rinnen! ErgebnisseDie Arbeiten an zwei Detailstandorten lassen entsprechend zwei Ergebnisse zu:
DR. GISBERT DÖPKE (GIDW) top |










